Neubeginn mit Torte

110Mit so einem neuen Jahr ist es wie mit einem weißen Blatt Papier. Der totale Neuanfang ist unsagbar schön, aber manches Mal auch einfach nur ein wenig zu groß. Was anfangen mit so vielen Möglichkeiten, welche Chance zuerst ergreifen, womit beginnen, jetzt da alles so unberührt und neu vor einem liegt? Backen hilft immer. Auch hier. Es sind nur kleine handhabbare Schritte, die einem abverlangt werden. Das ist machbar.
Den Zauber des Neuanfangs fängt aber kein schlichter Kuchen ein. Es soll schließlich wegweisend sein für die nächsten 364 Tage. So groß, fulminant und opulent wie es werden soll dieses Jahr. Die Tiefen und Durststrecken kommen schon noch früh genug.

Herausgekommen ist weniger ein Kuchen, als mehr ein Dessert. Parallelen zum Tiramisu lassen sich finden. Er ist mächtig. In die vollen gehend. Mehr als ein Stück geht nicht. Aber er darf sich schließlich auch ein paar Tage halten.

Neubeginnstorte

[abgewandelt und inspiriert von hier]

Für den Schokoladen-Maronen-Boden

* 65 Gramm Kakaopulver
* 50 Gramm Kastanienmehl
* 35 Gramm Kokosmehl
* 2 Teelöffel Guakernmehl
* 125 Gramm Muscovadozucker
* 1 1/2 Teelöffel Backpulver
* 1/2 Teelöffel Meersalz
* 3 Eigelb
* 2 Eier
* 1 Vanilleschote
* 75 Milliliter geschmolzene Butter
* 150 Milliliter Sahne
* 5 Eiweiß

Espresso-Whiskey-Sirup

* 150 Milliliter Espresso
* 2 Teelöffel Muscovadozucker
* 75 Milliliter Whiskey

Kastanien-Mascarpone-Vanille-Creme

* 225 Gramm Maronencreme
* 225 Gramm Mascarpone
* 1 Vanilleschote
* 1 Prise Salz
* 2 Teelöffel Zucker
* 2 Teelöffel des Espresso-Whiskey-Sirups
* 300 Milliliter Sahne

Eine kleine Form (16 cm) mit Backpapier auslegen und buttern. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Das Mehl und den Kakao in eine Schüssel sieben und verrühren, Salz, Vanille und Gewürze dazu. Die Eier und den Zucker schaumig schlagen und mit der geschmolzenen Butter unter die trockenen Zutaten heben. Die Sahne steif schlagen, das Eiweiß ebenso und beide vorsichtig unterheben. Für 40 Minuten oder länger backen. Aus der Form lösen, abkühlen lassen und dann in drei gleich große Böden schneiden.

Den Espresso mit dem Zucker und dem Whiskey aufkochen unter Rühren, solange bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Die Kuchenböden damit tränken und gut durchziehen lassen. 2 Teelöffel des Sirups aufheben.

Die Sahne schlagen. Die Maronencreme, die Mascarpone, die Vanille, die Sirupreste, das Salz und den Zucker unterheben. Auf den Böden verteilen.
Anschließend noch mit Kakaonibs oder dunkler geraspelter Schokolade verzieren. Kann man auch weglassen, aber warum auf den letzten Metern mit dem Sparen anfangen?
Wie Tiramisu schmeckt er besser, wenn alles gut durchzieht.

031058090106095109Besser kann man den ersten Tag des Jahres nicht nutzen. Einfach anfangen. Mit irgendwas. Der Rest findet sich schon. Gerne immer leicht an der Grenze zur Überforderung. Unternehmen gründen, Träume wahr machen oder einfach Alltag leben. Es gibt so viel zu tun. So viele Möglichkeiten. Und wer den Kuchen geschafft hat, schafft alles.

Christbaum zum Nachtisch

152Es heißt „life is short, eat dessert first“. Würde ich sofort unterstreichen. Lebe ich. Sehr konsequent. Aktuell zur Weihnachtszeit habe ich es umformuliert. „Christmas is short. Eat the tree first“. Oder so ähnlich.

Ich wollte schon immer eine Pièce Montée machen. Und in diesem Jahr, das Tannenbaum schlagen verpasst, ersetzt es den Weihnachtsbaum. Weil eine andere Lebensphilosophie besagt, dass man aus dem, was man hat immer das Beste machen sollte.
Die Form stimmt, die Farbe nicht ganz, aber mit ein paar Kerzen drauf und ein wenig Fantasie kommt es dem sehr nahe. Außerdem in puncto Nachhaltigkeit nicht zu überbieten, weil rückstandslos entsorgbar und die Hausfrau freut sich, weil hundert Prozent nadelfrei.

Essbarer Weihnachtsbaum 
[hier und aus The Art of French Baking abgeschaut]

Pâte à choux

* 1/8 Liter Wasser
* 1/8 Liter Milch
* 100 Gramm Btter
* eine Prise Salz
* 2 Teelöffel Zucker
* 200 Gramm Mehl
* 4 Eier

Wasser, Milch, Butter, Salz und Zucker erhitzen. Sobald es kocht, das gesiebte Mehl schnell und in einem Schwung dazugeben und sofort mit einem Holzkochlöffel rühren. Sehr lange rühren, solange bis ein glatter Teig entsteht, der sich vom Topfrand löst. Den Teigkloß in eine Schüssel geben und nacheinander die Eier unterrühren. Der Teig muss in langen, dicken Spitzen vom Löffel laufen, dann ist er richtig. In eine Spritzbeutel füllen und bei 200 Grad bis zu acht Minuten backen, dann auf 180 herunterschalten und nochmals 15 Minuten backen.

Crème Pâtissière (mit Lebkuchen)

* ½ Liter Milch
* 3 Eier
* 125 Gramm Zucker
* 70 Gramm Mehl
* 1 Vanilleschote
* 2 Teelöffel Lebkuchengewürz
* 125 Gramm Sahne

Die Milch mit der ausgekratzten Vanille und der Schote aufkochen lassen. Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Mehl dazugeben. Dann alles zur Milch geben und langsam aufkochen lassen, ständig rühren, bis die Konsistenz cremig-fest wird. Mit Frischhaltefolie abgedeckt abkühlen lassen. Zum Schluss die geschlagene Sahne  und das Lebkuchengewürz unterheben. In einen Spritzbeutel füllen und in die Kugeln füllen.

Caramel

* 200 Gramm Zucker
* 3 Esslöffel Zucker

Das Wasser mit dem Zucker bei mittlerer Hitze aufkochen. Langsam. Immer wieder rühren bis es eine karamellige Farbe bekommt und die Zuckerkristalle sich ganz aufgelöst haben.

Die gefüllten Brandteigkugeln jeweils kurz in das Karamell tauchen, dann einen Kreis und Turm formen. Schnell sein, weil das Karamell sonst fest wird. Immer wieder auch Karamell darüberträufeln. Die Kerzen lassen sich gut befestigen, wenn man sie in den schon fester gewordenen Karamell dippt.

Kerzen anzünden. Weihnachten feiern. Mit oder ohne Baum.

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Flexibles Ganzjahresgebäck: Die Weihnachtsvariante

weihnachtscantuccini - KopieZu spät dran für das Weihnachtsgebäck. Aber die Cantuccini gehen ganz schnell und außerdem bin ich sehr angetan von der Tatsache, dass sie ganzjährig aufgetischt werden können. Saisonal anpassbar, flexibel sind sie. Eine Qualität, die nicht nur die Lebensdauer von Keksen erhöht, sonder das Leben generell leichter macht. Die Grundzutat ähnelt dem Christbaum, das macht das festliche Flair. Im Frühjahr könnten die Pistazien betont werden und im Herbst der Pecorino. Im Sommer wird eh nur Eis gegessen.

weihnachtscantuccini - Kopie (2)

All-Season Cantuccini

{aus dem Buch ke:xs}

40 Gramm Pecorino
* 100 Gramm Mehl
* 1 Messerspitze Backpulver
* 70 Gramm Rohrzucker
* 1 Prise Salz
* 1 Ei
* 30 g gesalzene Pistazien
* 60 Gramm Haselnüsse
* 2 Esslöffel frisch gehackter Rosmarin

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier belegen. Käse reiben. Das Mehl in einer Schüssel mit Backpulver, Zucker und Salz vermischen. In der Mitte eine Mulde bilden. Ei mit einer Gabel leicht verquirlen, mit Käse, Pistazien, Haselnüssen und Rosmarin in die Mulde geben.
Mit der Mehlmischung zu einem weichen Teig rühren und leicht zusammenkneten, bis er gerade hält. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Strang formen, leicht flachdrücken.
 Auf das Backblech legen und im Backofen bis zu 25 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Schneidebrett  10 Minuten abkühlen lassen. Mit einem Brotmesser schräg in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit der Schnittfläche auf das Backblech legen und weitere 8 Minuten backen.

 weihnachtscantucciniJetzt essen, später essen, egal. Hauptsache die ganze Sache flexibel handhaben.

Und schon wieder: Kürbis

009011So gut und schön das saisonale Kochen auch ist, die negative Seite daran ist, dass einem Gemüse irgendwann über werden. Kürbissuppe in allen Variationen (wobei die mit Orangensaft weiterhin meine liebste ist), Kürbisauflauf, Kürbigulasch, Kürbispizza, Kürbischutney, Kürbispasta – alles schon gehabt. Aber irgendwo liegt immer noch ein Hokkaido rum, der aufgebraucht werden muss. Es droht zu kippen. Von der Kürbislust zum Kürbisfrust. Aber es gibt Kuchen. Und Kuchen hilft immer.
Und wenn der Kürbis schon im Kaffee landet, dann passt er auch in den Kuchen.

Kürbiskuchen/ Pumpkin Spice Latte Ergänzung
[Ausgangslage war dieses Rezept]

* 2 Tassen Mehl
* 3 Teelöffel Backpulver
* 1/2 Teelöffel Salz
* 1/2 Tasse Butter
* 1 Tasse Zucker
* 3 Eier
* 1 kleiner Hokkaido
* 3 Teelöffel Kürbisgewürz (Kurkurma, Zimt, Nelkenpulver, Piment, Muskat, Vanille, Ingwer)
* 1 Tasse Walnüsse

Den Kürbis klein schneiden und bei 180 Grad in den Ofen geben, bis das Fleisch weich ist und sich leicht von der Schale lösen lässt. Butter und Zucker schaumig schlagen, die Eier dazugeben, Kürbisgewürz und das leicht abgekühlte Kürbispüree. Langsam und nach und nach die trockenen Zutaten dazugeben. Ganz zum Schluss die gehackten Walnüsse unterheben und bei 180 Grad für 45 Minuten in den Backofen.

030038055So erwacht sie neu. Die Kürbisliebe. Es ist kein zu süßer Kuchen und die Kürbisnote subtil. Gerne ein kräftiger Pumpkin Spice Latte dazu. Alternativ kann sie auch mit Brezeln, Zimtschnecken und Pie erweckt werden. Wider dem Kürbisfrust.

Formschönes Highlight des Tages

002005Ich habe eine Überlistungsstrategie. Ich setzte mir Highlights. Einmal am Tag muss es eine Belohnung geben. Etwas Kleines, auf das ich mich freue. Es gibt Tage, da muss ich sehr, sehr früh aufstehen und einen Flieger in den Norden nehmen. Der Norden ist schön, aber das Aufstehen mitten in der Nacht, das macht mir den Rhythmus kaputt und bringt mich aus dem Takt.
Aber das macht nichts, denn mit dem viel zu frühen Aufstehen ist das Tageshighlight Franzbrötchen verbunden. Im Süden unbekannt, dabei sind sie so wunderbar formschön. Eines davon am Morgen und für alles entschädigt.

Franzbrötchen für zu Hause
[aus dem Buch Daylicious und von lykellig]

* 1 Hefewürfel
* 200 ml lauwarme Milch
* 500 Gramm Mehl
* 50 Gramm weiche Butter
* 50 Gramm Zucker
* 1 Ei
* 1 Prise Salz
* 120 Gramm Butter für die Füllung
* 50 Gramm Zucker
* 1 Esslöffel Zimt
Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen. Währenddessen die Butter schmelzen. Zuerst das Ei unterquirlen, dann die Butter, den Zucker untermischen und schließlich das Mehl mit Salz hinzukneten. Solange bis ein glatter Teig entsteht. Abgedeckt für eine Stunde ruhen lassen.
Den Teig nochmals kurz durchnketen und ausrollen.
Die Butter mit dem Zucker und Zimt zu einer Masse verrühren und auf die ausgerollte Teigplatte streichen. Einrollen und Dreiecke schneiden. Mit dem Stil eines Kochlöffels in der Mitte eindrücken, so dass der Teig und die Füllung an den Seiten herausquillt und die Franzbrötchen die schöne Franzbrötchenform bekommen.
Nochmals bedecken und eine halbe Stunde gehen lassen.
Dann bei 190 Grad für 20 Minuten in den Ofen.

Schmecken auch zu Hause. Als Belohnung für überstandene Montage oder leer gebügelte Wäschekörbe, abgearbeitete Postfächer oder einfach so. Weil sie so schön sind. Und das Leben meistens auch.

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wenigstens darauf ist Verlass

100103Dieses Jahr ist schon jetzt so vollgepackt mit Neuem. Es passiert so viel und ich komme nicht hinterher. So oft die Gelegenheit beim Schopfe gepackt in den letzten Monaten, dass es wenigstens beim Essen Verlässlichkeit sein muss. Der Glasnudelsalat enttäuscht nicht. Niemals. Man kann ihn an fünf Tage hintereinander abends zusammenrühren und jedes Mal schmeckt er wieder neu. Ich habe es ausprobiert. Verlässlich gut.

Verlässlich guter Glasnudelsalat
[beim Fräulein, ursprünglich von hier]

* 1 Packung Glasnudeln
* Olivenöl
* 400 Gramm gemischtes Hackfleisch
* 2 gehackte Knoblauchzehen
* 3 Teelöffel Masala
* 2 große Teelöffel geriebener frischer Ingwer
* 3 Teelöffel brauner Zucker
* 1 Bund Frühlingszwiebeln in dünnen Ringen
* 5 Esslöffel frischer Limettensaft
* 3 Esslöffel Fischsoße
* 2 Chilischoten
* 1 großer Bund frischer Koriander

Das Hackfleisch mit etwas Öl scharf anbraten. Salz, Pfeffer, Masala, den Knoblauch und Ingwer hinzugeben. Schließlich den Zucker hinzufügen, bis er schön kristallisiert. aufgelöst hat. Die Nudeln für zwei bis drei Minuten in heißes Wasser geben. Abtropfen und das Hackfleisch unterrühren. Frühlingszwiebeln, den Limettensaft, Fischsoße, die gehackten Chilis und etwas Öl in einer Schale vermischen und über die Nudel-Hackfleisch-Mischung geben. Reichlich Korianderblätter abzupfen und auf unter und zwischen die Nudelsalatmischung geben.
110Wenigstens darauf ist Verlass.

ohne große Worte: Das Frühstücksei

077Lieblingsfrühstück derzeit. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Croque madame
[nach einem Rezept von hier]

* ungesundes Toastbrot. Die ganze Ladung Kohlenhydrate und Weizen
* 1 Ei
* etwas Butter
* 1/2 Esslöffel Greyerzer

Sauce Mornay
* 1/2 Esslöffel Butter
* 1/2 Esslöffel Mehl
* 100 Milliliter Milch
* 1/4 Teelöffel Dijon-Senf
* 1/4 Teelöffel Muskatnuss (gerieben)

Für die Sauce Mornay, die kann aber nicht muss einfach die Butter in einem Topf schmelzen. Das Mehl langsam einrieseln und alles zu einer glatten Mehlschwitze verrühren. Kurz abkühlen lassen. Die Milch langsam einrühren und den Topf wieder auf den Herd stellen. Senf und Muskatnuss einrühren und alles bei mittlerer Hitze nochmals zehn Minuten köcheln lassen. Dabei regelmäßig umrühren, damit die Sauce nichtansetzt. Ist die Sauce dick und cremig, den Topf vom Herd ziehen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Rinde vom Toastbrot entfernen und die Scheiben mit einem Nudelholz flach rollen. Von beiden Seiten mit flüssiger Butter bestreichen. Die Scheiben in eine Form legen und mit dem Boden eines kleinen Glases in die Form drücken. Das Ei in die Mulde füllen. Sind die Eier zu groß, nicht das ganze Eiweiß einlaufen lassen. Ein oder zwei Esslöffel der Sauce Mornay darübergeben. Mit Greyerzer und Pfeffer bestreuen. Im Ofen für fünfzehn Minuten backen, bis das Ei fest und das Brot kross ist.

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Auf die ganz entspannte Art

012150 Pistazien pro Tag senken die Stressreaktion des Gefäßsystems. Das liegt an den Anitoxidanzien und den Phystosterinen. Für die Gefäße etwas zu tun, kann nicht schaden. Aber so 150 Pistazien sind eine Ansage. Mit diesem Kuchen gelingt das ganz leicht, quasi nebenbei und das ist doch immer die beste Art, die Dinge anzugehen.

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Entspannter Kuchen
[inspiriert von hier]

* 2 Tassen gemahlene Mandeln
* 1 1/2 Tassen Pistazien (das sind bestimmt so 150)
* 1 Tasse brauner Zucker, am besten Muscovado
* 1 Teelöffel gemahlener Kardamon
* 1 Teelöffel frisch abgeriebene Zitronenschale
* 2 Eier
* 5 Eiweiß
* 1 Prise Meersalz

Die Pistazien mahlen und mit den gemischten Mandeln vermischen. Zucker, Kardamon und Salz hinzugeben. Die zwei Eier hinzugeben und den Zitronenabrieb. Das Eiweiß steif schlagen und unter die feste Pistazien-Mandel-Mischung heben, so dass sie leichter und luftiger werden.
Wer will, kann ein wenig mit grüner Lebensmittelfarbe nachhelfen.

Den Ofen auf 160 Grad vorheizen, die Form fetten und den Teig einfüllen.
Für 1 1/4 Stunden backen, bis er schön knusprig und braun wird. Auskühlen und mit Zuckerguss überziehen und ein paar gehackten Pistazien bestreuen.

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Auf der Suche

159167Das ist sehr schwer zu erklären. Diese Unzufriedenheit, die an einem nagt. Dieses Gefühl, dass es noch nicht ganz ist, dass noch etwas fehlt. Alle sagen, warum? Geht doch. Aber es geht nicht um geht doch, es geht um gut, um richtig gut. Um den entscheidenden Millimeter mehr oder weniger, um die Prise Anis, um das Wort, dass das einzig und alleinig richtige ist. Nicht das schon hundert Mal Gesehene. Sondern eine neue Note, eine neue Sicht auf die Dinge. Mit der die Welt auf einmal nicht mehr so ist wie sie vorher war. Schwer zu erklären.
Auf der Suche nach dem perfekten Knäckebrot. Dieses ist hier ist ziemlich nahe dran.

Crackers aux grains de carvi et pomme
[aus Meine französische Küche]

* 200 Gramm Roggenmehl
* 3 Gramm Trockenhefe
* 1/2 Teelöffel Kümmel
* 1/2 Teelöffel Salz
* 1 Prise Zucker
* 1 saurer Apfel
* 80 Milliliter warmes Wasser

Mehl mit dem Kümmel, der Hefe, dem Salz Zucker und dem geriebenen Apfel kneten und mit dem warmen Wasser zu einem klebrigen Teig verrühren. Abgedeckt für eine Stunde stehen lassen. Mit viel Mehl so dünn wie möglich ausrollen und Streifen in den Teig schneiden. Bei 180 Grad für 20 Minuten backen. Auseinander brechen.
169172176Ich glaube, das mit dem Apfel, das ist schon gut. Aber ich suche weiter.

Unvorhergesehene Marillenknödel

_MG_9222Es hat ja meist alles seinen Platz. Schuhe gehören in den Schrank, die Füße unter den Tisch und das Runde ins Eckige. Und Freitags gibt es in der Kantine Süßspeisen. Da naht das Wochenende schon, da darf man sich etwas gönnen. Darf man auch schon Mittwoch mittags. Mit Marillenknödeln. Die kann man mit Kartoffeln oder mit Topfen zubereiten. Wo sonst Ordnung herrscht. Hier scheiden sich die Geister. Ich mag die Quark-Variante lieber.
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Marillenknödel außer der Reihe
[nach einem Rezept von hier und dann doch ganz anders gemacht]

  • 250 Gramm Topfen
  • 125 Gramm Mehl
  • 60 Gramm weiche Butter
  • 1 Ei
  • 6 Teelöffel brauner Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 6 Aprikosen
  • Semmelbrösel
  • noch mehr Zucker

Die Butter mit einer kleinen Prise Salz verühren, das Ei  hinzugeben. Derweil den Topfen durch ein Tuch auswringen. Mit allen Zutaten und dem Mehl zu einem Teig verkneten.
Die Aprikosen entkernen und mit je einem Teelöffel braunen Zucker füllen. Mit dem Teig umhüllen und für zehn Minuten ins sprudelnde Wasser geben bis sie zur Oberfläche aufsteigen.
Währenddessen Semmelbrösel mit Zucker und etwas Butter anrösten, bis es knusprig ist.
_MG_9277_MG_9287Platz nehmen und feststellen, dass für sechs Knödel locker Platz im Bauch ist. Nicht nur Mittwochs.

Weinbergpfirsich a la carte

weinbergpfirschiEs gilt die Saion voll auszukosten. Sich sattzuessen, so lange es noch geht. Jetzt liegen sie im Supermarkt, die Weinbergpfirsiche. Alleine dieser Name. Und diese Form.

In der Pfanne anrösten oder auf den Grill legen. Als Salat mit Ziegenkäse und gerösteten Pinienkernen und Balsamicodressing.
Danach gleich noch zwei grillen.

weinbergpfirschi - Kopie

Etwas Frischkäse mit Vanillezucker verrühren. Eine viertel Tasse braunen Zucker mit etwas Wasser aufkochen und zehn Minuten köcheln lassen bis es Sirup-ähnliche Konsistenz annimmt. Dann zwei kräftige Schuss Sahne unterrühren. Einen Schuss Bourbon dazu. Und zum Schluss etwas Meersalz. Auf den warmen Pfirsich die Vanille-Frischkäse-Creme und dann ganz langsam den salzig-süßen Bourbon-Karamell darüber gießen.

Glauben, man sei im Himmel.
Beschließen gleich morgen nochmals Weinbergpfirsiche zu kaufen. So lange es noch welche gibt.

warmer Salat

246Salat. Salat. Salat. Sehr gerne warm. Warm ist immer besser.
Einfach Rucola, Babyspinat, Feldsalat oder von allem etwas. Zuchini in dünne Scheiben schneiden, anbraten, getrockneten Tomaten klein schneiden, Pinienkerne anrösten. Mit Ziegenkäse und Balsamicoreduktion beträufeln.

Gekochtes lesen

kochbuchEigentlich stehen schon genug im Regal. Aber für das ein oder andere wäre noch Platz. United States of cakes hört sich gut an. Schwelgen in der amerikanischen Backkultur, die mit Whoopies, Pies, Brownies so wunderbar buttrig-dekadent ist. Amerikanisch. Immer nochmal eines drauf.

Auf die Hand ist das neue Kochbuch, von dem, der über Essen schreibt, wie kein anderer. Mit dieser ganz eigenen Mischung aus Poesie und Präzision. In seinen neuen Buch geht es um Streetfood mit Rezepten und Geschichten über die Menschen dahinter. 

What Katie ate at the weekend ist ein Bilderbuch. Schon ihr erstes Buch war großartig, ihr Blog ist eine Augenweide. Man muss das gar nicht kochen, man kann nur darin blättern, in die Bilder eintauchen, die im Aufbau Gemälden gleichen. Üppig und barockesk. Auch wenn es dieses Wort nicht gibt, hierfür müsste es erfunden werden. Fotos, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, die überbordend sind und voll und Lust machen.

Und dann wäre da noch Bread Exchange. Eine wunderschöne Schwedin (die auch noch schön wohnt) backt Sauerteigbrote und tauscht diese. Gegen alles. Nur kein Geld. Das bringt ihr Geschichten ein, die zu lesen, es lohnt.

Wie gesagt: Ich habe noch Platz.
Und jetzt Hunger.

voller guter Eigenschaften: gegrillte Wassermelone

170174Ich bin mit Neugier gesegnet. Großer Neugier. Und ja, gesegnet, weil es eine der Eigenschaften ist, die wach hält und lebendig. Das letzte Mal kulinarisch wurde diese Eigenschaft geweckt beim Stolpern über ein Rezept für Gurkenmarmelade. Eine Kombination, zu herrlich, um sie zu ignorieren. Einen eben solchen Effekt hatten die Worte „gegrillt“ und „Wassermelone“ in einer Überschrift auf der Rezeptseite der New York Times.

Gegrillte Wassermelone
[inspiriert von hier]

* Wassermelone
* Olivenöl
* Salz und Pfeffer
* Basilikum
* Fetakäse
* rote Zwiebel

Die Wassermelone in Stücke schneiden, mit Olivenöl bestreichen (in einigen Rezeptvarianten werden die Melonenschnitze gesalzen und sollen zwanzig Minuten ruhen. Habe ich auch gemacht und später dann weggelassen und konnte keine Geschmacksunterschiede feststellen). In der Pfanne rösten. Salzen und mit Basilikum und der kleingeschnittenen roten Zwiebel servieren.

186201Neugierig, wie es schmeckt? Es schmeckt fleischig und nimmt auf einmal eine ganz andere Konsistenz an. Wie fester Fisch und dann doch wieder bekannt süß. Und noch leicht warm und mit der Zwiebel säuerlich-frisch und dem Feta – das ist ist ein wenig Molekularküche vom eigenen Herd.
Und immer einen Versuch wert.
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gut macht gesund

317329Manchmal ist es ja nur gesund. Also gesund, schmeckt aber nicht. Ich finde, das sollte man lassen. Also das Essen desselbigen. Weil nicht-Schmackhaftes zu essen, kann nicht gesund sein. Was wurde mir schon alles angedreht und der Zusatz „Ist sehr gesund“ sollte es rausreißen. Diese Cracker schmecken vornehmlich sehr gut. Nebenbei sind sie auch noch gesund. Einfach zu machen auch noch. Ein sogenannter dreifach-Win.

gut-gesunde Cracker
[nach einem Rezept von hier]

* 1 Tasse Walnüsse
* 1/4 Tasse Mandeln
* 1/4 Tasse Leinsamen
* 1 Ei
* 1/2 Teelöffel Meersalz
* ein Paar Teelöffel Mohn – weil es schön aussieht

Walnüsse, Mandeln und Leinsamen kleinhacken, das Ei hinzugeben und das Salz. Alles vermischen. Auf ein Blech mit Backpapier streichen. Mit Mohn bestreuen. Bei 180 Grad für 12 bis 15 Minuten backen. Gut sind sie. Gesund sind sie. Und gut ist.

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