ganz leise

025Es gibt Lieder, die nehmen mir den Atem. Sie lassen mich flacher Luft holen, weil sie so schön und zart sind, dass ich Angst habe etwas zu zerstören. So fragil wie eine Seifenblase, ein Rascheln, ein lautes Ausatmen wäre schon zu viel.

Frauen verlassen“ von Kat Frankie ist so ein Lied. Ganz leise sein. Dieser ätherischen Stimme zuhören und warten bis mitten im englischen Liedtext das schöne Wort „Ernsthaftigkeit“ auftaucht. Was nur konsequent ist, weil es doch so in und mit unserer Sprache verhaftet ist, dass keine Übersetzung ihm genügen könnte.

Für Please don´t give me what I want trifft das gleiche zu. Alleine des Titels wegen sollte man Luft holen, lächeln, hinhören und hin und weg sein. Tief Luft holen. Und dann nochmals von vorne abspielen.

 

selbstauflösend

068Manchmal ist es eine Liedzeile, die so herrlich, wunderschön und wahr ist, dass ich das ganze Lied darauf warte, dass sie endlich kommt.

„maybe another wodka tonic
just might help
to dissolve myself.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.
Außer der herrlichsten Bemerkung über Gin, die ich letzte Woche gehört habe.
„Gin? Das ist für Bildungstrinker.“

aufgelistet: was mich jüngst bewegt

me*Diese Bilder. Und die Geschichte dazu.
* was man alles so in Berlin machen kann und zwar jeden einzelnen Tag.
* ein Video über Macher. Und eines, das es mir besonders angetan hat.
* Sophie Hunger. Meine Güte, das sind Texte.
* dieser Blick. Klar, direkt, offen und mitttenrein.
* meine neue Lieblingsflechtfrisur, die Jeansjacke samt Tasche und Seidenblusen.
Sale sei Dank.
* Jetzt aber wirklich. Sage ich mir oft. Aber jetzt mache ich es wirklich.

selbst gefunden

jep - Kopie (3) - KopieDas philosophische Radio gehört. Über Kierkegaard. Und die Kunst der Selbstfindung. Selbstfindung mit Kierkegaard. Der sagt, dass es mit dem Ästhetisch beginnt, zum Ethischen geht und dann im Religiösen endet. Und wie er immer schwankte zwischen stiller Verzweiflung und unbändiger Freude. Nicht alles erschließt sich mir immer, aber die kleinen Fetzen des Verstehens machen den Unterschied.

Homöopathische Dosen

ruhig_44Ich bin eine von den Dünnhäutigen, von denen, die Stimmungen erspüren, denen die Luft schnell zu dick oder zu dünn wird, die Zwischentöne hören, die sehr leise und manchmal auch gar nicht wahrnehmbar sind. Logisch eigentlich, dass ich auch Musik-sensibel bin. So nebenbei kann ich nicht hören. Fahrstuhlmusik, Supermarktgedudel und Radiolalala macht mich ganz kirre. Dafür funktioniert sie richtig dosiert als Gefühlsverstärker. Mein nicht rezeptpflichtiger Medikamentenschrank.
Diese vier sind mein Valium. Zuverlässiges Mittel, mehrfach erprobt und das schon seit vielen, vielen Jahren. Getz / Gilberto haben eine Doppelwirkung: Ruhig und fröhlich. Jasmine von Keith Jarrett macht ruhig, aber schon eher melancholisch. Und The Köln Concert und Winter in Venice geben diese schöne traurige Melancholie, die sich über das Herz legt und in der zu baden so schön ist.
Keine weiteren Risiken und Nebenwirkungen bekannt. Fragen Sie mich.

Prophetisches

Wenn es von Tex kommt, kann es nur gut sein. Fasziniert von allem, was er tut, wie er es tut, habe ich mir sein neustes Hörbuch gekauft. Khalil Gibran, gesprochen und wunderschön untermalt, Sätze und Worte über das Leben, das richtige Leben. Nachdenklich und weise. Gut.

Begleitmusik

Once war einer der Filme, von dem ich zuerst die Musik kannte. Die hatte es mir angetan. Die Bilder folgten. Als ich dann noch die Geschichte hörte, wie er zustande kam, nämlich gegen alle Widerstände, das Resultat einer Liebe und großer Träume – da war ich hingerissen.

Im zweiten Anlauf war es umgekehrt. Ich hatte von dem Film gehört. Und fand es konsequent, auch vom zu erzählen. Wie die Liebe sich auflöst, der Erfolg zuviel wird. The Swell Season berichtet von der Zeit danach, dem Ruhm, aber auch dem Zerbrechen daran. So schonunglos offen, das es weh tut. Aber das tut Ehrlichkeit nun einmal. Die Bilder poetisch und schmerzhaft. Mit der Kamera direkt auf den Beziehungsstreit.

Damit die Bilder anhalten, habe ich mir die Musik dazu gekauft. Sie läuft gerade in Dauerschleife. Ich kann mich nicht satt hören an dieser Stimme, die wie dafür gemacht ist, über den Schmerz zu singen, den die Liebe einem manches Mal zufügt. Nie war Leiden schöner.
Und Worte treffender.
„you won´t disappoint me, i can do this myself.“

Musik und Bilder, die mich begleiten.

auf Repeat gestellt

Immer wieder diesen Text gelesen, weil ich mich selten so verstanden gefühlt habe.
Immer wieder dieses und jenes Lied gehört, weil es so schön ist.
Immer wieder in diesen Bildern geschwelgt, weil da etwas Großes passiert.
Da wir durch stetige Wiederholung lernen, warte ich gespannt, was noch so im Leben passiert.

Hausdachmusik

 

So wohl ich mich in München fühle, so sehr beneide ich die Hauptstäder um ihre Konzert-Kultur. TV Noir ist schwer zu überbieten und und heute wird in Berlin auf den Dächern gespielt. Original Gauloises-Freiheit-Gefühl.
Für den Rest der Republik und mich gibt es aber im nachhinein das Video.