noch lange nicht fertig

400Jetzt ist dieses Jahr zu Ende.
Aber ich noch nicht fertig mit ihm.

Ich habe noch längst nicht, noch nicht einmal in Ansätzen begriffen, was alles passiert ist und vorgefallen, was ich erleben durfte und gelebt habe.

Macht nichts. Weitermachen.
Aber kurz anhalten, inne halten und Danke sagen. Ab und zu da kommen Zeilen oder in diesen Tagen auch Karten an und ich bin gerührt, manchmal viel zu gerührt und bewegt, ob dieser Wärme, die mir entgegenstrahlt. Danke dafür.

Und jetzt: Einfach weitermachen.

„…. damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich ist –
Es ist ohnehin schon wenig genug.“ Hat Max Frisch gesagt.

Und besser als mit diesen Worten kann es nicht enden.
Auf ein neues.

gemeinsame Sprachebene

235Dieses Verwobensein, das sich einstellt, einschleicht in den vielen Jahren des gemeinsamen Lebens, der gemeinsam erlebten Geschichten. Wie sie sich in der Sprache äußert, eine eigene bildet und dort Spuren hinterlässt. In den Kleinigkeiten.

„Wo hast Du das Auto geparkt?“
„Da wo Du immer den Manuel Neuer triffst.“

Und ich bin der einzige Mensch auf dieser Welt, der weiß, in welche Straße er jetzt einbiegen muss.

Bilanz des Werdens

077Ein Gespräch darüber, wie ich dort gelandet bin, wo ich bin. Beruflich. Und beim Erzählen merke ich, dass ich nicht, wie noch in den Jahren zuvor, mich entschuldige für die Wendungen und Sprünge, die unverhofften, ungeplanten, die mich dort hingeführt haben, wo ich mich selbst niemals verortet hätte, sondern sie aufzähle die Stationen und da doch ein Faden ist.

Ein eigener Weg kann niemals exemplarisch sein, aber wenn ich sagen müsste, was ich gelernt habe und was immer wieder hilft, dann wäre es dies:

  • Die Welt hat nicht auf mich gewartet.
  • Die Dinge finden einen.
  • Mut wird immer belohnt.
  • Hart arbeiten, dranbleiben, groß träumen. Und dann aber auch gut sein lassen, weil es das Leben manchmal besser und größer mit einem meint, als der eigene, kleine Kopf es zu denken wagt.
  • Dieser Definition von Verantwortung folgen.
  • Dankbar sein. Fröhlich sein. Freundlich sein.

Und vielleicht weil nicht nur für Berufliches gilt, dass einen findet, wenn man sucht, ist mir  Become von Emery Allen wieder in die Hände gefallen. Eine schöne Sammlung von Gedichten von einer, die auch Chancen ergriffen und diesen einen so schönen Satz geschrieben hat: „What if i fall? Oh darling, but what if you fly?“
Und eine Sendung mit Roger Willemsen, den ich so mag, so sehr, und der auf die Frage, ob es Mut braucht, um zu sein, wer er ist, antwortet: „Das Glück in meinem Leben hing sehr oft mit Abbrüchen und Aufbrüchen zusammen. Schwärmen Sie aus.“

So, genau so bin ich immer gut gelandet bisher.

die blödste und beste Idee überhaupt

7988117658_8c273f9018_oIch bin heute 30 Kilometer gelaufen. 42,195 hätten es sein sollen.
Das war die blödeste und beste Idee seit langem.
Ich war vollkommen unvorbereitet. Nicht ganz, ich habe Murakamis Buch über die Parallelen zwischen Laufen und Schreiben nochmals gelesen. Aber rein körperlich, habe ich weder Übungssequenzen eingehalten und seit fast einem Monat noch nicht einmal meine 10-km-Läufe geschafft, weil Beruf und Studium einfach zu viel waren. Eine Woche vorher hat mich dann noch eine Grippe vollkommen erwischt.

Aber ich hatte es mir in den Kopf gesetzt. Seit Jahren wollte ich einmal einen Marathon laufen. Hatte mir auch schon munter Trainingspläne heruntergeladen, aber dann kam immer das dazwischen, was eben so das Leben ist.

Dann bin ich gelaufen. Es war eine einzige Quälerei. Ich wusste, dass ich den Halbmarathon ganz okay schaffen würde und das alles danach ein Experiment wäre. Ich habe jeden Anfängerfehler gemacht, den man nur machen kann. Nichts abklebt, mit neuen Schuhen gelaufen, zu warm angezogen.
Aber ich bin gelaufen. Die letzten vier Kilometer eher gegangen und gehumpelt. Aber es war mir egal. Ich bin körperlich fertig, wie lange nicht. Meine Füße sind blutig aufgerissen, aber dieses Gefühl es trotzdem gemacht, das Beste gegeben, es versucht zu haben wiegt alles auf.

Ob ich es empfehlen kann? Nein, natürlich sollte man sich vorbereiten. Nein, natürlich sollte man vorher regelmäßig laufen gehen und Trainingspläne befolgen.  Aber ja, manchmal kann man das auch einfach sein lassen, den Moment nutzen, reingehen und schauen, wie weit man kommt. Ich bin die Meisterin im Pläne schmieden und Listen erstellen und verliere mich so oft in der Recherche, weil ich alles wissen will und es ganz genau machen. Nur wie oft ist man bestens vorbereitet, aber über das Planen geht es nicht hinaus.

 Frei nach John Bingham und danke Eni:
„the miracle isn´t that i (didn´t) finished.
the miracle is that i had the courage to start.“
Gilt nicht nur für das Laufen.

Wünsche werden wahr

134„Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen,
Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden.
Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar;
wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen.
So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.“

Goethe [hier gefunden]

Ferienzeit

028Die paar Wochen im Jahr. Wenn Tage ineinanderfließen, wenn es Dienstag sein könnte oder Mittwoch, vielleicht auch schon Donnerstag und selbst das wäre egal. Wenn ich mich frage, ob ich noch frühstücken soll oder lieber gleich zu Mittag essen. Wenn die einzigen wichtigen Entscheidungen, die es zu treffen gilt, die sind, ob ich nachdem ich gestern ein Nogger und vorgestern zwei Magnum hatte, heute vielleicht das Solero nehmen soll. Wenn ich mir einfach noch eine Folge Newsroom ansehe, weil es egal ist, wie spät es ist und wie spät es wird, weil die die Stimme der Vernunft auch im Urlaub weilt. Wenn ich mich nicht frage, was ich morgen anziehen soll, weil da noch ein T-Shirt über dem Stuhl hängt, der Bikini obligatorisch ist und Flip-Flops und barfuß mich sowieso ganz weit tragen. Wenn ich im Grass am Fluß liege, weil allein das schon eine tagesfüllende Tätigkeit sein kann und den Wolken zusehe und nichts passiert, rein gar nichts und das gut so ist. Wenn ich keine Listen schreibe, weil es nichts aufzuschreiben gäbe, nichts zu erledigen ist, außer auszuruhen und damit auch nichts zum nicht vergessen. Wenn ich ein Buch am Stück lese, von der ersten bis zur letzten Seite, von vorne bis hinten, vollständig eintauche in die Sätze und die Geschichte und etwas benommen nach Stunden wieder auftauche. Wenn ich von Geschäft zu Geschäft flaniere und in Cafes sitze und nichts tue und mich treiben lasse, weil es keine Termine rufen oder Verpflichtungen, einfach nichts und niemanden, der den Takt vorgibt außer mir selbst. Wenn die Haut riecht, wie Haut nur im Sommer riecht nach Sonne und Meer, selbst wenn letzteres ganz weit weg ist. Wenn die Müdigkeit am Abend von dieser Art der schönen Schläfrigkeit ist, leicht ermattet, dahindämmernd, langsam in den Schlaf gleitend, statt erschlagen.

Wenn das so ist.

Dann sind wohl Ferien.

Platz da

verschenken - KopieAusgemistet, aufgeräumt, Ordnung geschaffen, tabula rasa gemacht. Mich von Büchern getrennt und von Kleidern. Das will unter das Volk. Flohmärkte sind in nächster Zeit keine. Und für irgendwas muss das Internet ja gut sein.

Ich verlose ein SoLebIch Buch, weil ich – aus mir unerfindlichen Gründen – zwei besitze und drei Bücherpakete mit Büchern, die gut sind, die Eselsohren haben auf den Seiten, auf denen sich ein oder zwei schöne Sätze finden und Gebrauchsspuren tragen, weil sie mich ein Stück des Weges begleitet haben.
Schreibt einen kurze Kommentar und dann lose ich aus. Das wollte ich schon immer mal machen. Glückslosfee sein.

So lange, bis wieder Platz ist im Schrank.
Und alles seine Ordnung hat.

Mutterreisen und Rollentausch

Irland 21.6 --28.6.2014 366Max Frisch, natürlich Max Frisch, hat etwas wunderbar Wahres gesagt über das Kennen des anderen und das Ende der Liebe. „Unsere Meinung, dass wir das andere kennen ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind – nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: Weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns.“

Gilt für die romantische Liebe. Die zu den Eltern ist da außen vorgenommen. Weil egal was passiert, man bleibt ja immer das Kind seiner Eltern.
Diese eine Sicherheit, die jeder Mensch doch braucht, egal wie alt. Ein letzter Rückzugsort, von dem es gut ist, um ihn zu wissen und ihn zu kennen, auch wenn man nicht in die Situation kommen möchte, ihn nutzen zu müssen.
Und da wären wir doch wieder bei Frisch, weil wen, wenn nicht seine Mutter, glaubt man zu kennen. Die Rollen wurde vor langer Zeit schon neu gemischt, schließlich macht ja jeder jetzt sein Ding und lebt sein leben,was aber nicht daran hindert, wieder in die alten zu fallen. In der längst vergangen Zeit des Zusammenlebens wurde festgelegt, wer auf die Unordnung hinweist, wer fragt, ob die Jacke nicht ein wenig dünn ist und ob man auch genug gegessen habe.

Es gibt kaum einen Menschen, der mich mit ein paar Fragen so schnell und leicht zur Weißglut treiben kann und an den ich doch gleichzeitig auch immer wieder denke, wenn es zuviel ist, um mich herum, weil – egal wie alt –  es tut doch immer gut, bemuttert zu werden und das kann eben auch nur eine so richtig gut.

Das gilt immer noch, aber es hat sich auch ganz leise gedreht. Kaum merklich. Die besorgten Fragen. Jetzt bin ich es, der sie stellt. Noch grundlos.
Was sind das für Tabletten, die du da nimmst? Du gehst schon wieder auf eine Beerdigung?

Es ist ein neues Gebiet, das man betritt, wenn man die eingespielten Rollen verlässt. Und das fällt leichter in einem Terrain, das für alle beide neu ist. Bei den kurzen Besuchen in der jeweiligen Welt des anderen gelingt das nicht. Da dauert es meist zwei Tage bis der Status Gast abhanden gekommen ist und dann fällt jeder wieder in alte Muster. Wie soll auch Neues entstehen auf alten Bahnen? Es gibt Hinweise zum korrekten Einräumen der Spülmaschine und viel Alltägliches und ein leichtes Genervtsein meinerseits, weil noch ein Handy zu erklären und wieder ein Computer anzuschließen ist.

Deshalb war der Plan: Neues Gebiet für beide. Irland in unserem Fall. Fünf Tage mit dem Mietwagen quer durch das Land. Umgeben von grünem Grün.
Und es war ein hervorragender Plan.

„Aber das ist doch keine Straße“ und „Glaubst Du wirklich, dass wir hier richtig sind?“ bilden die beste Grundlage, sich in den neuen Rollen einzufinden. Beide zurückgestellt auf Null. Weil keiner oder mal der eine, dann der andere weiß, wo es langgeht, das richtige Straßenschild zuerst gesehen hat oder besser erahnen kann, was das gällische Wort da bedeuten könnte. Und dann sind da noch die langen Fahrten auf sich dahinschlängelnden Küstenstraßen, die Fragen zulassen, für die sonst keine Zeit bleibt. Wenn es in den Telefonaten sonst darum geht, den Alltag abzugleichen, um Arztbesuche, den Fortschritt im Garten und das Neuste von der Familie geht, dann kann ich hier fragen, wie es für sie damals war, als jüngstes von fünf Kindern und ich erfahre einen kleinen Hauch von Träumen und Ängsten, die natürlich auch vorher schon da waren, aber es erzählt sich besser auf langen, mäandernden Landstraßen als in den Sonntagstelefonaten oder Kurzbesuchen. Es ist ja nichts Wichtiges und es sind auch nicht die großen Themen, aber sie lassen den Menschen, den ich so gut zu glauben kenne, in neuem Licht erscheinen. Ich entdecke Eigenschaften und sehe Züge an ihr und weiß nicht, ob sie neu hinzugekommen sind in den Jahren oder ich sie bisher einfach nicht gesehen habe. Die immer Fürsorgliche und ewig  Besorgte ist wagemutig und die, die immer an alle und jeden denkt, vergesslich.

Und ich suche noch das Wort für das Gefühl, das ich habe, wenn ich sie vom Bahnhof abhole und sie vor mir steht mit ihrem Koffer und auf ihre eigene Art und Weise sehr viel Mut. Dann will ich den Koffer in die Wohnung tragen, weil der Flieger erst am nächsten Morgen geht. „Nicht nötig“, sagt sie und holt einen Stoffbeutel aus ihrer Tasche. „Da ist alles drin, was ich für heute Nacht brauche.“, sagt sie und lächelt verschmitzt.

Und dann waren da die Diskussionen, ob das jetzt die richtige Abbiegung war und dass ich doch vielleicht ein wenig langsamer fahren sollte, aber das alles zählt nicht so viel, wie die eine lange Minute, nach der klar war, dass das laute Kratzen wohl die Steinmauer war und dass der Kotflügel nicht mehr ganz so gerade hängt und das, obwohl sie doch gesagt hatte, dass die Biegung zu steil und das, was in anderen Konstellationen jetzt für Streit und schlechte Luft sorgen würde, ist eben passiert, wie schon so vieles passiert ist in den letzten dreißig Jahren und da ist eine Wärme und so etwas wie Güte auf jeden Fall etwas menschlich sehr Großes, dass mir in den Pubertätswirren so nie aufgefallen wäre.

Und ob es Stolz ist oder das, was mir auf der Reise noch oft begegnen wird, Verwunderung, über diese neuen und anderen Seiten, die ich an ihr entdecken werde, ich weiß es nicht. Aber ich mag es. Auf eine neue Reise.
Es gibt noch viel unbekanntes Terrain zu entdecken. Soll keiner glauben, er wüsste wo es lang geht oder dass er den anderen kennt.
Irland 21.6 --28.6.2014 673_MG_0106Irland 21.6 --28.6.2014 234IMG_9865Irland 21.6 --28.6.2014 207

 

festgehalten

8314315707_ece6e78832_b8314316927_745fee1d23_b„Denn nur, wenn die anderen uns zuhören, nur wenn sie uns wahrnehmen und wir gegenseitig aufeinander reagieren, spüren wir – so richtig – dass wir existieren. Erst, wenn wir uns gegenseitig dabei zusehen und begleiten, wissen wir wirklich, dass wir – so richtig – leben. Dass wir etwas erleben.
Und dass wir all diese tollen Momente, die aneinandergereiht unser Leben ausmachen, dadurch dass wir mit ihnen nicht alleine geblieben sind, sondern andere mit dabei waren, nicht verpasst haben.“

Aus: LG;-) Wie wir vor lauter Kommunizieren unser Leben verpassen von Nina Pauer

Gedanken zur republica

republica_bilder - KopieIch war auf der republica. Das war ich schon im letzten Jahr und ich bin immer wieder auf Konferenzen und auf Zukunftskongressen, aber irgendwas ist dort anders. Anders ist die Vielfalt. Da geht es um Einhörner und um Drohnen, um Dawanda und neue Manifeste der Arbeit und auch wenn dauernd debattiert wird, was diese Internetgemeinde denn ist (über das Wort Internetgemeinde sollte allerdings auch mehr gesprochen werden) dann wird es dort deutlich.
Da sitzt eine Dame, die streicht sich im Programm die wichtigsten Programmpunkte mit dem Leuchtmarker an. Und der Mittdreißiger dahinter jongliert mit Handy und Tablet gleichzeitig. Beides ist da. Das mag ich. Dort irgendwo mittendrin zu sein, weil diese Sache mit dem Internet und unserem Leben noch nicht ausverhandelt ist. Was das Internet mit der Gesellschaft macht und was die Gesellschaft mit dem Internet anstellen kann, das bewegt sich dauernd. Für mich selbst habe ich das auch noch nicht ausgehandelt. Was mich nicht daran hindert zu hinterfragen, was passiert, was ich da tue und welche Auswirkungen mein Tun hat.
Die Frage habe ich mir öffentlich gestellt und eine Antwort habe ich noch nicht. Aber ich suche weiter.
Das Internet oder die Digitalisierung schafft vor allem Zugang. Es sprengt die Nadelöhre des Industriezeitalters, so hat es Holm Friebe mal formuliert. Wofür es früher ein mittelständisches Unternehmen brauchte, das kann heute einer alleine vom Labtop aus erledigen. Was früher nur den etablierten Verlagen vorbehalten war, nämlich Inhalte zu produzieren, das kann jetzt auch ich. Die Gesellschaft verästelt sich so, es gibt viel mehr Nischen und Plätze und Märkte, die vorher keine waren. Da ist sie, die Vielfalt. Die ich großartig finde. Und wenn ich noch keine Antwort habe, dann bin ich aber schon einmal froh, dass dieser kleine Kosmos auch vertreten war, weil er auch dazu gehört und sich verändert.
Ich war auf der republica. Und ich bleibe dran.

republica_bilder

Papierparadies

_MG_9218 _MG_9220 _MG_9221 _MG_9223 _MG_9224Vom neuen Typehype in Berlin habe ich schon viel gehört und für alle, die den Weg dorthin finden, sollten die Straße noch ein Stück weiter herunter Richtung Volkstheater gehen. Dort gibt es den kleinen, feinen Laden Luiban. Mit allem, was man nicht braucht. Aber was so schön ist. Farbige Briefumschläge, Letterpresskarten, die schönen Füllfederhalter, von denen ich träume, Büroklammern in allen erdenklichen Formen, Maskingtape, Geschenkpapier und mehr muss ich nicht sagen.
In München gibt es das carta pura. Der Laden mit der schönsten Papierschaufensterauslage, die man sich vorstellen kann.

 

einfach machen

moegenIn der Sonntagszeitung gelesen: „Vielleicht sollte es [] ab und zu etwas egaler sein, wofür wir wen zu interessieren verpflichtet sind? Vielleicht lieber einfach machen, [] sich selbst ein bisschen überfordern, an Grenzen gehen, auch wenn man scheitert.“

Nicht vielleicht. Machen.
Macht sehr glücklich.

Über die große Schönheit

kinoEin Film, der so schön, skurril, traurig und berührend zugleich ist, dass während der Abspann noch läuft, ich am liebsten sofort raus möchte, nur um mich vorne wieder in der Schlange anstellen und ihn gleich noch einmal zu sehen. Noch einmal in diese Welt eintauchen, sie aufsaugen, weil ich bestimmt ein Detail übersehen habe. Bilder wie Gemälde. Der Pastor, der auf der Schaukel schwingt, die Flamingos auf dem Balkon, das Versteckspiel im Klostergarten und immer wieder die Spaziergänge durch Rom in diesem ganz besonderen Licht, wenn die Nacht in den Tag übergeht, früher Morgen, späte Nacht, in dieser Zwischenwelt, in der sich die Welt noch sammelt, noch nicht ganz bereit ist. La grande bellezza.

Diese Bilder unterlegt mit einer Musik, die auch nie aufhören soll. Klassische und die zum Feiern.

Und zwischen Bildern, Geigenklängen oder tiefem Bass, Sätze, von denen ich nicht genug bekommen kann. Wie dieser: „In meinem Alter sind schöne Frauen allein nicht mehr genug.“

Bei Liedern drücke ich oft die Wiederholungstaste. Bei Filmen selten. Einmal die Geschichte kennengelernt und der Reiz ist weg. Hier möchte ich nochmal rein. Von so großer Schönheit ist er. La grande bellezza.
kino_bellezzaDer schönste Ort in Berlin, um schöne Filme zu sehen: Kino Intimes.

da

Unbenannt-1Ich bin da, noch nicht angekommen, aber da. Zu überwältigt von zu viel neu und zu wenig bekannt. Vier Wochen noch. Um Unfertiges endlich fertigzumachen und mich dabei mit Stadtentdeckungen zu belohnen.
Auf der Liste stehen:

* mir etwas gönnen und endlich im Reinstoff schön essen gehen
* das Katz Orange besuchen und Geschmorrtes genießen
* im two and two eine Canelle nach der anderen essen
die Schlingensief-Ausstellung besuchen
* das Lieblingsparfüm nachkaufen
* die Markthalle am Donnerstag endlich mal erleben
* das Soeur besuchen und nur schauen, nur schauen.
* das Chapter One testen
*  Lesebühnen ansehen. Lesebühnen – alleine das Wort.
* gutes Fleisch essen im beef or not to beef
* ganz oft der Winterkälte entfliehen und den Kopf im warmen Yoga freimachen.

Hallo Berlin.
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