und das ist hier

toll_2 - Kopie (2)Immer noch auf der Suche nach den richtigen Worte für das, was ich hier tue. Diese gefunden, die etwas anderes beschreiben, aber vielleicht auch nicht und doch passender nicht sein könnten „….Ich kann immer zu mir zurückkehren, um zu finden, dass es etwas in mir gibt, das von all dem unabhängig bleibt, was ich sonst tue und zu tun habe. Es gibt immer einen Ort, an dem ich frei bin. Das ist der Anfang der Intimität.“

aus: Ins Wasser geschrieben von Peter Trawny

Gesprochenes

140145Es gibt Gespräche, die sind ein Austausch und sie sind nett. Was hast Du gemacht, was macht der gerade, weißt Du schon und hast Du schon gehört? Das ist das Wetter für Fortgeschrittene.

Das ist schon mehr als die kleinen Gespräche (um das schlimme Wort Small Talk zu meiden) und sie sind schön und warm und weich und gut. Sie liegen nicht schwer im Magen, sind leicht verdaulich, sie machen für kurze Zeit satt.

Und dann gibt es die, die enden nicht. Oder spät. Nicht unbedingt in Stunden. Denn sie gehen weiter, auch wenn der andere nicht mehr da ist. Nicht weil sie schwer sind. Die gibt es auch. Die bemühten, die bei denen ich mich kleine fühle, weil ich vor lauter Informiertheit nicht mithalten kann, weil es ein Überschlagen ist an Bildung und wohl gefeilten Worten. Die meine ich nicht.

Ich meine, die Gespräche, die oft gar nicht als solche geplant sind. Da wollte man nur etwas besprechen oder sich kurz mal wieder treffen. Und es geht um Absprachen oder um allerlei Alltägliches auch. Aber auf einmal ist da etwas. Da fällt ein Satz oder eine Frage so ganz nebenbei und ich antworte und sage etwas und weiter geht es. Ganz leicht. Nur dass ich schon merke, dass etwas passiert. Er hat etwas angezündet im Kopf. Etwas ist augelöst etwas aus und dann schmort eine Leitung und ein Funke geht über auf eine andere und es pulsiert und ich bin schon längst auf dem Weg zur U-Bahn und dann würde ich aber gerne noch das sagen, weil es mir eben jetzt gerade einfällt und noch kurz vorm Einschlafen poppt auf einmal auf, dass man es doch auch so sehen könnte und ich würde gerne schreiben oder anrufen und noch einmal etwas sagen. Das tue ich dann nicht, weil ich natürlich nicht weiß, ob es dem anderen auch so geht.

Aus dem Dialog zu zweit wird ein Monolog mit mir alleine und allen Kommunikationsregeln zum Trotz möchte ich sagen, dass das für mich der Gradmesser für gute Gespräche ist.