Arbeitsort

231In den letzten Monaten, habe ich hier viel Zeit verbracht. Die späten Abend- und die ganz frühen Morgenstunden, die normalerweise so gar nichts für mich sind. Die Nächte durchgearbeitet. Wenn das so ist, dann sollte es wenigstens ein Ort sein, der gut ist, der einem gut tut, an den man gerne zurückkehrt.
_MG_9134105092115116_MG_9135_MG_9136238097113079Was mir hilft:

  • Ich neige zum Zweifeln, zum Zaudern, zum Hadern und zum Prokrastinieren sowieso. Da ist es gut, immer wieder daran erinnert zu werden, dass Aufgeben keine Option ist und dass das Glück und Erfolg einem nicht zufliegen. Ein kurzer Blick nach rechts genügt bei mir. Der sagt mir immer wieder, worauf es ankommt. Und weil ich einen Hauch zum Selbstmitleid tendiere, gerne auch in etwas rauherem Ton.
  • Lakritze stets in Reichweite zu haben, hilft ebenfalls sehr.
  • Weil Post sortieren und alle Routineaufgaben meines nicht sind, sind sie wenigstens hübsch drapiert: In einer alten Stechkartenbox aus der Firma meines Vaters. Von dem ich so vieles gelernt und mitgenommen habe: Das Rastlose, die Ideen, den Drang es nochmals besser zu machen, das Neugierige.
  • Außerdem sollte jeder ein paar Luftschlangen in der Schreibtischschublade haben. Man weiß nie, wann es etwas zu feiern gibt.
  • Erinnerungen, an alles, was man schon geschafft hatten, geben Mut. Weil sie mir zeigen, dass ich mich schon einmal getraut habe, dass ich das Herz schon einmal in der Hose hatte und es gutgegangen ist. Und diese kleinen Anstupser, die braucht es eben manchmal.
  • Bilder, Karten, Post, die von der schönen Sorte, alles, was mich kurz lächeln lässt, wenn ich von der Tastatur oder den Bildern aufsehe
  • Lagerkisten für Papiere, Unterlagen und alles Wichtige. Verpackt und ordentlich unter den Tisch gestellt, machen sie meine kleine Nische zu einem Arbeitsplatz.
  • endlich eine Labtophülle, die nicht nur praktisch, sondern auch schön ist.

Dazu Musik, ganz viel Musik, immer auf Repeat und grüner Tee in Litern und frische Blumen und das mit dem Durchhaltevermögen fällt nicht mehr ganz so schwer, sondern fast schon leicht.

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Heimatflur

wohnung_2Jahrelang hatte ich keinen. Rein zu Tür und gleich mitten im Zimmer. Aber seit dem Umzug habe ich einen Flur-Flur. Einen, den ich gerne mal grundlos rauf- und runterlaufe, weil er so herrlich groß und weit ist. In dem ich natürlich Bücher staple. Jacken und Schuhe sowieso. Ich gehe hier nie wieder weg.

Erhellendes

stepanini_verenaManchmal sind die Menschen und das, was sie tun, eins. Wie füreinander gemacht. Als hätte sich das eine über das andere gelegt und es einfach so kommen müssen.

Verena ist so ein Mensch. Sie ist Lichtmacherin. Sie macht Lampenschirme. Im Auftrag. Sie hat für Wohnmagazine gearbeitet und besitzt diese Gabe aus einem Ort ein Zuhause zu machen. Sie verfügt über dieses unerträgliches Gefühl für guten Stil und die richtigen Materialien. Aber vor allem wird in ihrer Gegenwart alles so warm und hell. Wie wenn einer das Licht anknipst oder eine Kerze anzündet. Auf einen Schlag ist es  freundlich und einladend.
stepanini_verena2 - KopieDas können Lampen, das kann Licht und das kann Verena. Sie macht es ganz leise. Ohne große Webseite und Auftritt. Still und leise empfängt sie in ihrem Atelier in ihrem Haus. Ein kleiner, lichter Raum. Dort hört sie zu, zeichnet Skizzen und baut daraus Lampenschirme, die Zimmer im besten Licht erscheinen lassen. Schon lange wünsche ich mir, dass mehr Menschen das sehen und diejenige finden, die Lichtträume und Lampenwünsche wahr werden lassen kann. Einfach eine Mail an die Lichtmacherin (verena.gater@gmx.de).

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neue Ecken

neue_wohnungWas ich mag an der neuen Wohnung: Der Blick aus dem Fenster, von dem ich mir sage, dass es so etwas von Pariser Hinterhofflair hat. Das viele Grün auf der anderen Seite. Die kleinen Fenster in den alten Türen. Der Balkon, auf dem Pflanzen vertrocknen dürfen. Wie das Licht am Morgen in die Küche fällt und auf dem Dielenboden Streifen zieht. Und diese kleine Einlassung in der Küche. Völlig sinnlos auf den ersten Blick, aber für Kochbücher könnte es keinen schöneren Platz geben.

würzig

ordnung_in_der_kueche - KopieGestapelt, aufgereiht, sortiert. Endlich. Aus vielen kleinen Gewürztüten, Gläsern, die in Schränken versteckt waren, habe ich jetzt eine ordentliche Sammlung. Gesehen bei Okka und Nicole. Und jetzt endlich auch bei mir. Die Dosen waren schnell bestellt und einen Abend lang roch es  in der ganzen Wohnung herrlich wie auf einem Gewürzbasar.
ordnung_in_der_kueche

Wohnbilderbuchreise

northern_delight_buchIn Wohnbüchern zu blättern ist immer auch eine kleine Reise. Und bekämpft erfolgreich den Drang neu umzustellen, wenn gerade eigentlich alles seinen rechten Platz gefunden hat und der Wunsch nach Veränderung aber doch groß. Northern Delights kann das besonders gut. Nordisches Design in Perfektion. All die weißen, reduzierten Räume mit den wenigen sorgsam drapierten Zeitungen, die klare Sprache, moderne Möbel und das Schlafzimmer mit riesiger Glasfronten und unverstelltem Blick auf den See.
Blättern, träumen, seufzen und auf die Reise gehen.

blaumerant

schonesBlaues. Blau hätte ich gerne. Also diese Bluse hier [1], eine Küchenschaufel [2], die zwar nicht blau, aber trotzdem schön ist. Und Typographie an der Wand [3].
Dann noch blaue Stunden, blaues Meer, blauen Himmel und ein kleines, kleines wenig feeling blue.

Lichtverliebt

lampenDiese zwei. Die erste in den Flur, die zweite ins Schlafzimmer.
Außerdem Lichterketten. Lichterketten habe ich seit Studenten-WG-Tagen nicht mehr in Betracht gezogen. Aber seit hier denke ich ernsthaft über eine nach. Glödlampsslinga hört sich auch gleich viel besser an, Granit ist der Meister des Industrie-Schicks, aber leider nicht in Deutschland zu haben. Aber mögliche Alternativen wären einen Versuch wert.

lampenliebe

Tür 16

doorsixteenDoorsixteen ist einer meiner liebsten Blog. Fast wie eine alte Bekannte, weil ich sie wirklich schon seit Jahren lese. Anna bloggt schon seit Ewigkeiten, seit 1998 und gehört damit quasi zu den Blog-Veteranen. Sie designt im Hauptberuf Buchcover, was sie noch bewundernswerter macht und hat ein unglaubliches Stilgefühl. Daneben ist sie eine, die selbst Hand anlegen kann: Fliesen legen, Küchenabdeckfassaden bauen, tapezieren und noch vieles mehr. Wenn ich richtig mitgezählt habe, renoviert sie gerade die vierte Wohnung. Sie sehen alle großartig aus. Was daran liegt, dass sie ein Händchen für schöne Lampen, genug Mut für schwarze Farbe und den richtigen Riecher für den passenden Teppich und die Überdecke hat. Nebenbei gibt es noch schöne Interior-Fotos von anderen Wohnungen.

Wobei ich  mich auch schon an ihrem Schlafzimmer, ihrem Bad, der Küche so vielem mehr ihrer Wohnung satt sehen kann.

gelebtes Wohnen

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Fremde Wohnungen sind so spannend. Frauen, die etwas gewagt haben, ihren eigenen Weg folgen, sind spannend. Beides zu zeigen ist eine gute Idee. Dieses Buch tut es. Was ich mag, nicht jeder Wohnstil ist meiner, aber immer passt er. Passt er zu den Leben, derjenigen, die gezeigt werden. Manchmal betrete ich Räume und merke ich fühle mich nicht wohl, es fühlt sich nicht echt an. Zuviel vom bekannten Möbelhaus, zu viel darauf geachtet, den gängigen Geschmackskategorien zu entsprechen, gefallen zu wollen, zu wenig Persönlichkeit, die doch einen Lebensraum erst ausmacht.